In Deutschland werden im Jahr 2030 wegen des demografischen Wandels sechs Millionen Menschen auf dem Arbeitsmarkt fehlen. Fachkräftesicherung ist daher eine der größten Fragen am Arbeitsmarkt. Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und die Politik diskutieren in der dafür eingerichteten „Partnerschaft für Fachkräfte“, wie dem entgegengetreten werden könnte. Sie wollen insbesondere bereits vorhandenes Potenzial nutzen. Besonders wichtig sind Ältere und Frauen, aber auch Geringqualifizierte, Migranten, Zuwanderer und nun auch Flüchtlinge stehen auf dem Plan.

Seitdem die abschlagsfreie Rente auch mit 63 Jahren möglich ist, scheiden gut ausgebildete Fachkräfte früher aus dem Erwerbsleben aus. Die Politik ruft die Betriebe daher dazu auf, stärker auf die Bedürfnisse der Älteren einzugehen, um sie länger im Unternehmen zu halten. Dazu zählen z. B. altersgerechte Arbeitsplätze, eine Gesundheitsförderung sowie Weiterbildungsangebote. Die große Koalition berät über weitere Maßnahmen wie einen flexiblen Übergang vom Arbeitsleben in die Rente sowie der Vereinfachung einer Weiterbeschäftigung nach Erreichen des Rentenalters.

Auch Mütter sollen die entstehende Lücke etwas verringern. Eine moderne Familienpolitik soll es ermöglichen, die Familie und den Beruf besser zu vereinen, besonders mit flexiblen Arbeitszeiten und Kinderbetreuungsangeboten. Geringqualifizierte ohne Abschluss oder Langzeitarbeitslose stehen ebenfalls auf der Agenda, sie sollen dem Arbeitsmarkt nach einer Ausbildung zur Verfügung stehen. Allerdings kommt Deutschland kommt trotz dieser Mobilisierungen nicht ohne Zuwanderer aus. Bei den Flüchtlingen liegt eine große Chance, weil der Großteil jünger als 30 Jahre alt ist. Ihre Integration, angefangen bei der Sprache bis hin zu der notwendigen Qualifizierung, wird jedoch Jahre dauern.