Es kriselt an allen Ecken und Enden. Zur IAA in Hannover geben sich die Manager der Nutzfahrzeugsparte verhalten. Grund dafür ist die schwache Konjunktur. Die Experten blicken weiterhin mit Sorge auf die Märkte in Südeuropa, und auf den Hoffnungsmärkten der Vergangenheit kommt einfach nicht genug Schwung auf: Für Russland zum Beispiel bedeutet die Ukraine-Krise ein wirtschaftliches Problem, die ersten Hersteller der Automobilbranche haben schon vor Wochen die Produktion zurückfahren lassen. Laut Eckhard Scholz, Chef der leichten Nutzfahrzeuge bei VW, liegt die Absatzentwicklung in Osteuropa für 2014 bei minus 0,3 Prozent. Schon 2013 hatten sich die Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert, für 2014 erwarten die Experten nichts anderes.

Trotzdem herrscht auf der IAA-Nutzfahrzeuge Aufbruchstimmung. Denn von technischer Seite gibt jede Menge Neues zu berichten: So stellt die IAA etwa rein batteriebetriebene Transporter für den Innenstadtverkehr vor oder Laster, die künftig auf der Autobahn mit Autopilotenfunktion fahren sollen. Letzteres findet sogleich Zustimmung bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Der CSU-Politiker erkennt in den Technologien des automatisierten Fahrens große Chancen für deutsche Autobauer. Das Bundesverkehrsministerium selbst wolle daher diese Entwicklung vorantreiben. Es wurde sogar schon ein Runder Tisch eingerichtet, an dem rechtliche, wissenschaftliche und gesellschaftliche Fragen zu diesem Thema geklärt werden sollen. „Wir wollen den Prozess der Digitalisierung aktiv gestalten – im Sinne der Verkehrssicherheit, der Verbraucher und des Wirtschafts- und Innovationsstandorts Deutschland.“, sagte Dobrindt in einem Interview der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.