20. November 2012. „Die besten Köpfe müssen unabhängig von ihrem biologischen Alter Zugang zur Wirtschaft haben“, fordert ASE-Geschäftsführer Steffen Haas. Deshalb gründete er die Automotive Senior Expert GmbH und vermittelt gezielt Automotive-Experten im Ruhestand für zeitlich befristete Projekte.

Wie bewerten Sie die aktuelle Personalsituation in der Automobilindustrie?

Der gravierende Mangel an Fachkräften in der Automobilindustrie ist insbesondere für den „Innovationsmotor“ der Branche, nämlich den deutschen Mittelstand bereits bittere Realität. Mittelständische Firmen haben neben ihrem geringeren Bekanntheitswert meist auch standortbedingte Nachteile. So sind viele sogenannte „Hidden Champions“ in ländlichen Gebieten angesiedelt. Der demographische Wandel kommt insbesondere in diesen Regionen zum Tragen. Immer mehr mittelstzändische Firmen sind gezwungen, sich an den Eliteuniversitäten mit großen Konzernen um die Gunst der besten Studenten zu messen- mit eher geringen Erfolgaussichten. Großunternehmen können in der Regel bessere finanzielle Rahmenbedingungen und interessantere Sozialleistungen anbieten. Dieses Problem wird sich in den kommenden Jahren mit dem altersbedingten Ausscheiden tausender Akademiker aus dem Arbeitsmarkt noch verschärfen.

Welche Lösungsmöglichkeiten sehen Sie angesichts dieser Entwicklungen?
Die meisten Firmen versuchen Ihre Fach- und Führungskräfte noch klassisch über den ersten Arbeitsmarkt zu rekrutieren. Die Erfolgsaussichten für eine erfolgreiche Besetzung sind für mittelständische Firmen aufgrund der hohen Konkurrenz zum Teil unbefriedigend. Die Reaktionsgeschwindigkeit, bis ein Arbeitsplatz besetzt werden kann, liegt im Durchschnitt bei sechs Monaten. Für die Überbrückung solcher Vakanzen eignen sich in hervorragender Weise Senior-Experten, die zeitlich befristet engagiert die Lücken im Unternehmen schließen, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden ist.

Interview erschienen am 20. November im Magazin Automobil Produktion

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