Obwohl die Arbeitswelt sich stetig verändert, arbeiten Frauen nach wie vor in charakteristischen Frauenberufen und Männer in Männerberufen. Das hat eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) herausgefunden. Die Versuche, Frauen vermehrt an technische Arbeitsgebiete heranzuführen und Männer stärker für Pflegeberufe zu begeistern, verliefen bisher mit wenig Erfolg: Seit Mitte der 1970er Jahre ist die Zahl der Frauen in Frauenberufen nur um vier Prozent zurückgegangen.

Weitere Untersuchungen belegen, dass Vielfalt aber vor allem aus Unternehmersicht ein hohes Gut ist. Eine ausgewogene Mischung in Bezug auf Geschlecht, Alter, Studienrichtung und Nationalität stärkt den Zusammenhalt im Team. Zudem erwirtschaften Firmen mit gemischten Teams höhere Erträge, vor allem dann, wenn Frauen im Vorstand sind. Hier zu investieren lohnt sich. Zum einen verfügen gemischte Teams von Natur aus über eine größere Bandbreite. Zum anderen wäre ein größerer Frauenanteil in allen Bereichen und Branchen von Vorteil, da mehr als die Hälfte aller Uniabsolventen Frauen mit zum Teil sehr guten Abschlüssen sind.

Um ihre Attraktivität für Frauen zu steigern, bieten einige Unternehmen flexible Arbeitszeiten an. Die Kombination von Job und Familienleben kann so besser vereinbart werden. Gleichzeitig wird gezielt nach entsprechenden weiblichen Fachkräften gesucht, indem spezielle Recruiting-Veranstaltungen für Studentinnen und Absolventinnen organisiert werden. In Anbetracht des demografischen Wandels, dem Fachkräftemangel und den überwiegend weiblichen Hochschulabsolventen müssen Unternehmen zunehmend Frauen einbeziehen.