Marek Emil Dziwetzki, Senior Expert in der Automobilzuliefer-industrie: „Die Kundenzufriedenheit motiviert mich, auch heute noch."

Marek Emil Dziwetzki, Senior Expert in der Automobilzuliefer-industrie: „Die Kundenzufriedenheit motiviert mich, auch heute noch."

Über 30 Jahre Praxiserfahrung in der Autoindustrie, Führungstalent und nach wie vor große Ambitionen, Neues zu kreieren und Bestehendes zu verbessern – das ist das Profil von Marek Emil Dziwetzki. Auf Vermittlung von ‚Automotive Senior Experts’, kurz ASE, leitet er ein Modernisierungsprojekt bei einem deutschen Zulieferer in Osteuropa – als Manager auf Zeit.

Wenn die Rede auf den „wohlverdienten Ruhestand“ kommt, holt Marek Emil Dziwetzki erstmal tief Luft, dann kommt’s in knappen Worten: „Sofa und Glotze oder Traumschiff. Alles nichts für mich.“ Der 66-Jährige steht mittendrin im Manager-leben und das ist ihm gerade recht. „Der Mensch muss etwas von sich der Gesellschaft geben und Neues kreieren“, sein Credo. Nicht voranzukommen, auf der Stelle zu treten und wenn’s an einem noch so schönen Rentnerplätzchen wäre, für den begeisterten Motorradfahrer Dziwetzki kommt das nicht in Frage.

Und so steht sein Schreibtisch heute bei einem Automobilzulieferunternehmen in Osteuropa. Er leitet als Managing Director drei Werke mit insgesamt 450 Mitarbeitern, eine Erweiterung der Fertigungs- und Büroflächen um 2.600 qm ist im Gange. Auch das geschieht unter der Regie des deutschen Managers auf Zeit.
Marek Dziwetzki engagiert sich als ‚Senior Expert’ befristet für sechs Monate als Führungskraft an dem ost-europäischen Standort. Die Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Unternehmen, das Präzisionsteile aus Metall für alle großen Automobilhersteller in Europa fertigt, und dem engagierten Senior-Manager vermittelte die ASE Automotive Senior Experts GmbH (www.ase-automotive.com). ASE ist mit über 1.300 registrierten Seniorexperten das größte Netzwerk für hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte im Ruhestand in der Automobilindustrie in Deutschland.

„Wir können es uns nicht mehr leisten, die Ressourcen hoch qualifizierter Führungskräfte mit dem Eintritt in den Ruhestand von heute auf morgen abzuschreiben. Das ist volks-wirtschaftlicher Unsinn“, sagt Steffen Haas. Der ASE-Geschäftsführer hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Know-how-Pool für die Automobilindustrie zu erhalten. „Der gravierende Mangel an Fachkräften in der Automobilindustrie ist bereits bittere Realität“, so Haas weiter. Dieses Problem werde sich in den kommenden Jahren mit dem altersbedingten Ausscheiden Tausender Akademiker aus dem Arbeitsmarkt noch verschärfen.
Wie brisant der demografische Wandel in der Automobilindustrie bereits ist, verdeutlichte jüngst BMW mit konkreten Zahlen. Bis 2020 rechnet der bayerische Automobilhersteller mit einem Anteil der Mitarbeiter, die älter als 50 Jahre sind, von 45 Prozent. Heute beträgt dieser Anteil bei BMW 25
Prozent.

Dziwetzki ist Manager aus Leidenschaft, ein ‚Macher’ der keiner unbequemen Aufgabe aus dem Weg geht. „Um die gesetzten Ziele zu erreichen, muss auch manche unpopuläre Entscheidung umgesetzt werden – zugunsten des Projekts und des Unternehmens“, sagt er. Und das tut er. Das Modernisierungsprojekt, das er noch bis Dezember dieses Jahres betreuen wird, greift tief. Ausschussquoten sollen gesenkt, Kosten reduziert, die Lieferan-tenstruktur neu aufgebaut, die Organisationsstrukturen verflacht und klare Verantwort-lichkeiten geschaffen werden. Es trifft jeden Einzelnen im Werk und Dziwetzki ist der Mann, über dessen Tisch alle Entscheidungen laufen. Zu Baumaßnahmen ebenso wie bei Kundenreklamationen oder bei Mitarbeiterfragen.
„Stressresistenz“ führt er denn auch als eine unerlässliche Eigenschaft eines Senior Experts in einer Führungsfunktion an. „Wichtig ist neben fachlicher Qualifikation Erfahrungs-wissen und Führungstalent sowie eine stabile Persönlichkeit, die überzeugen kann und selbstbewusst handelt“, beschreibt Dziwetzki die Herausforderungen für einen Senior-Experten.

Sein aktives Berufsleben führte ihn unter anderem zu Peugeot und Opel sowie zu verschiedenen Zulieferunternehmen in Europa. Als Senior Expert war er unter anderem für Volkswagen in Russland als Projektverantwortlicher im Bereich Lieferantenentwicklung im Einsatz. Eine neue Lieferantenpolitik ist nun auch sein Thema in Osteuropa.

Raus aus der Pflicht, rein in die Kür.
Die Senior-Experten von ASE stellen ihr Know-how und ihre Erfahrungen zur Verfügung. Jedoch niemals als festangestellter Manager, sondern dort, wo sie befristet unterstützen, wo sie als Mentor oder wie im Fall von Marek Dziwetzki als Interims-Manager ihre Erfahrungen einsetzen können – getreu dem Motto: „Raus aus der Pflicht, rein in die Kür“.
ASE-Geschäftsführer Steffen Haas empfiehlt den Einsatz von Senior-Experten bei zeitlich befristeten Projekten, bei denen schnell und unbürokratisch Erfahrung und Spezialisten-Know-how vonnöten sind. Beispielsweise wenn es gilt, Engpässe bei der Rekrutierung von hoch qualifizierten Fach- und Führungskräften zu schließen, wenn Projektaufgaben anstehen, bei denen erfahrene – aber im Hause nicht verfügbare – Spezialisten gefragt sind, oder wenn für eine Aufgabenstellung externe Beratung notwendig ist, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht in die Hände einer klassischen Unternehmensberatung gegeben werden soll.

„ASE sieht sich als Vermittler für qualifiziertes Erfahrungswissen und branchenspezifisches Know-how in der Automobilindustrie. Wir unterstützen damit unsere Kunden bei der Bewältigung ihrer Aufgaben und helfen ihnen beim erfolgreichen Ausbau ihrer Aktivitäten im In- und Ausland“, erläutert Haas. Alle ASE-Experten verfügen wie Marek Dziwetzki über langjährige Berufserfahrungen in der Automobil-branche und sind in dieser sehr gut vernetzt.
Viele von ihnen haben ihre Expertise in den für die Automobilbranche wichtigsten Auslandsmärkten gewonnen, insbesondere in China, Indien, Osteuropa, Brasilien und den USA. Und: „Da wir lösungsorientiert handeln, zählt nicht allein der ausgeübte Beruf, sondern auch Spezialwissen und Erfahrungen, die jemand sich im Laufe der Jahre erarbeitet hat“, erläutert der ASE-Geschäftsführer.

Dziwetzki, der erfahrene Problemlöser, der von sich selbst sagt, „die Kunden-zufriedenheit motiviert mich, den tagtäglichen Stress mitzumachen“, ist Diplom-Physiker. Er ist in Polen und in Berlin groß geworden, heute lebt er in Wiesbaden. In den 80er Jahren kam er als Wissenschaftler bei einem Auslandsaufenthalt in Afrika erstmals mit der Automobilindustrie in Berührung. Er unterstützte im Peugeot-Montagewerk im nigerianischen Kaduna Ingenieure bei der Entwicklung von Kühlsystemen, die der Hitze Afrikas standhielten. Seine nächste Station hieß Opel in Rüsselsheim, danach wechselte er in die Automobilzulieferindustrie.
Qualitätsmanagement, Aufbau neuer Organisationen und Fertigungsstandorte unter anderem in Südafrika und Polen, aber auch die Gestaltung schlanker, effizienter Produktionsprozesse und Strukturen sowie Lieferantenstrategien sind seine Arbeitsschwerpunkte seit vielen Jahren.

Dziwetzki ist ein ‚typischer’ Senior Expert, mit breit gefächertem Wissen und jahrelanger Praxiserfahrung, wie ASE sie weltweit vermittelt. Wer im ASE-Netzwerk arbeitet, hat sich im aktiven Berufsleben in unterschiedlichsten Automotive-Funktionsbereichen bewährt: Forschung und Entwicklung, Einkauf und Logistik, Produktion, Marketing und Verkauf, Qualitätsmanagement, Finanzen und Controlling, IT sowie After Sales Service.
Doch Erfahrung und Expertise ist für Dziwetzki nur eine Seite der Medaille. Nach den wichtigsten Regeln für eine erfolgreiche Arbeit als Manager auf Zeit gefragt, hat Dziwetzki eine klare Antwort: „Eindeutig definierte Ziele für alle Beteiligten“ und – darauf legt er größten Wert: „Ehrlichkeit und Offenheit“.

Dziwetzki nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er seine Projekte vorantreibt. Die Disziplin der Mitarbeiter in der Fertigung macht ihm aktuell Sorgen. Arbeitsanweisungen werden nicht korrekt ausgeführt, Unzulänglichkeiten nicht so beherzt angegangen, wie es nötig wäre, und auch an Pünktlichkeit mangelt es.
Und so spricht Dziwetzki immer wieder mal ein Machtwort. Seine Meinung frei äußern und unabhängig entscheiden zu können, ohne um Job oder Position fürchten zu müssen, bewertet er als einen „gewissen Komfort“, den er, wie er zugibt, bei seiner Senior-Tätigkeit genieße. Bei seinem aktuellen Projekt freut ihn besonders die Zusammen-arbeit mit den jungen, begeisterungsfähigen und kreativen Menschen, die er mit seiner 33-jährigen Automotive-Erfahrung unterstützt.  Die Unabhängigkeit, das Gefühl von Freiheit trotz Dauerstress und regelmäßigen Zwölf-Stunden-Tagen mache ihn heute als Senior Expert aber auch zu einem Manager, der weniger ungeduldig, verständnisvoller und toleranter gegenüber Mitarbeitern agiere als früher, erklärt Dziwetzki. Das komme dann wieder seiner Arbeit und dem Miteinander mit Kollegen und Mitarbeitern zugute.

Das Bewerbungsverfahren lief „ganz unkompliziert“ nach Schilderung von Dziwetzki. ASE trifft eine Vorauswahl und bringt Senior Expert und Kunde zunächst am Telefon zusammen. Nach zwei Telefonaten traf sich Dziwetzki mit seinem künftigen Auftraggeber zu einem persönlichen Gespräch. Man wurde sich schnell einig und kurz darauf packte er die Koffer für den Einsatz in Osteuropa.
Das Auswahlverfahren für den Einsatz eines Senior-Experten bei ASE läuft in der Regel in folgenden Schritten: Der Kunde erstellt einen nach ASE-Vorgaben strukturierten Leistungs- und Anforderungskatalog, auf dessen Basis ASE die über 1.300 in der ASE-Datenbank hinterlegten Expertenprofile durchsucht und geeignete Experten heraus filtert. ASE trifft eine Auswahl und übergibt an den Kunden zunächst nur anonymisierte Profile. Im zweiten Schritt lernen sich Auftraggeber und Senior-Experte persönlich kennen und tauschen ihre Anforderungen aus.
Die ASE-Experten kommen in Rahmen von Dienstverträgen zum Einsatz. Vertragspartner ist in jeweils getrennten, aber aufeinander abgestimmten Verträgen die ASE GmbH.
Die Berechnung und die steuerliche Behandlung seiner Honorare sind für den Senior-Experten unproblematisch. Gegebenenfalls leistet ASE auch Hilfestellung bei Fragen zum Hinzuverdienst bei vorgezogener Rente. So ist es beispielsweise möglich, die Renten-zahlungen für die Dauer eines Einsatzes befristet auszusetzen, mit dem Vorteil, dass die Rentenkürzung danach sogar geringer ausfällt.

Senior-Experten stehen in keinerlei Konkurrenz zu den Mitarbeitern im Kunden-unternehmen. Sie arbeiten als Interimsexperten, eine Rückkehr ins Berufsleben ist nicht geplant. „Die Spezialisten der Automobilindustrie haben ein langes und erfolgreiches Berufsleben hinter sich und sind wirtschaftlich unabhängig. Sie wollen nicht mehr zurück in den ersten Arbeitsmarkt“, weiß der ASE-Geschäftsführer aus zahlreichen Gesprächen mit Kunden und aktiven Senior-Experten. Für den ‚zweiten’ Arbeitsmarkt jedoch sind sie wertvoller denn je – weil sie wissen, was sie tun.