Monat: November 2015

Arbeitnehmer in Automobilbranche sehr zufrieden

Arbeitnehmer in der Automobilbranche sind ihrem Arbeitgeber treu verbunden. Das hat eine Jobstudie einer großen Unternehmensberatung festgestellt. Die Beschäftigten der Automobilbranche bestätigen mit ihrer Treue zum Unternehmen einen deutschlandweiten Trend. Denn deutlich über die Hälfte der Deutschen (69 Prozent) will laut Studie ihren Arbeitsplatz nicht wechseln.

Das Desinteresse an einem Arbeitsplatzwechsel kann nicht auf interne Aufstiegschancen zurückgeführt werden, da die Mehrheit der Arbeitnehmer nicht an einen Aufstieg in ihrer Firma glaubt. Diese kritische Einschätzung steigt mit zunehmendem Alter an. Hierbei glauben die Arbeitnehmer im Alter zwischen 51 und 60 Jahren am wenigsten an interne Karrierechancen. Ab 61 Jahren zeigen sich die Beschäftigten wieder hoffnungsvoller. Von ihnen glauben 45 Prozent an den eigenen Aufstieg im Unternehmen.

Die Gründe für das geringe Interesse am beruflichen Aufstieg liefert eine internationale Studie: Die Deutschen ziehen mehr Familienzeit einem guten Einkommen vor. Eine erfüllte Karriere wünschen sich nur 13 Prozent. Die große Zufriedenheit der Arbeitnehmer mit ihrem aktuellen Job und die Zweitrangigkeit von Karrierechancen sind die entscheidenden Gründe für die Treue der Deutschen zu ihrem Arbeitsplatz – allen voran die Beschäftigten der Automobilbranche.

Dem Fachkräftemangel begegnen

In Deutschland werden im Jahr 2030 wegen des demografischen Wandels sechs Millionen Menschen auf dem Arbeitsmarkt fehlen. Fachkräftesicherung ist daher eine der größten Fragen am Arbeitsmarkt. Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und die Politik diskutieren in der dafür eingerichteten „Partnerschaft für Fachkräfte“, wie dem entgegengetreten werden könnte. Sie wollen insbesondere bereits vorhandenes Potenzial nutzen. Besonders wichtig sind Ältere und Frauen, aber auch Geringqualifizierte, Migranten, Zuwanderer und nun auch Flüchtlinge stehen auf dem Plan.

Seitdem die abschlagsfreie Rente auch mit 63 Jahren möglich ist, scheiden gut ausgebildete Fachkräfte früher aus dem Erwerbsleben aus. Die Politik ruft die Betriebe daher dazu auf, stärker auf die Bedürfnisse der Älteren einzugehen, um sie länger im Unternehmen zu halten. Dazu zählen z. B. altersgerechte Arbeitsplätze, eine Gesundheitsförderung sowie Weiterbildungsangebote. Die große Koalition berät über weitere Maßnahmen wie einen flexiblen Übergang vom Arbeitsleben in die Rente sowie der Vereinfachung einer Weiterbeschäftigung nach Erreichen des Rentenalters.

Auch Mütter sollen die entstehende Lücke etwas verringern. Eine moderne Familienpolitik soll es ermöglichen, die Familie und den Beruf besser zu vereinen, besonders mit flexiblen Arbeitszeiten und Kinderbetreuungsangeboten. Geringqualifizierte ohne Abschluss oder Langzeitarbeitslose stehen ebenfalls auf der Agenda, sie sollen dem Arbeitsmarkt nach einer Ausbildung zur Verfügung stehen. Allerdings kommt Deutschland kommt trotz dieser Mobilisierungen nicht ohne Zuwanderer aus. Bei den Flüchtlingen liegt eine große Chance, weil der Großteil jünger als 30 Jahre alt ist. Ihre Integration, angefangen bei der Sprache bis hin zu der notwendigen Qualifizierung, wird jedoch Jahre dauern.

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