Monat: Juli 2015

Talent Management: Firmen nutzen internes Potenzial nicht ausreichend

Deutsche Großunternehmen unterstützen zunehmend erfolgsversprechende Start-ups. Die großen Firmen sehen hier die Chance auf überdurchschnittliche Renditen und den Eintritt in neue Märkte und Technologien. Solch eine Kooperation kann sich auch positiv auf die Personalebene auswirken, da in den Jungunternehmen viele IT-Experten arbeiten, die im heutigen digitalen Zeitalter begehrt sind. Auf diese Weise können talentierte Mitarbeiter für die Digitalstrategie in den eigenen Reihen gefunden werden. 

Zusammenschlüsse von Konzernen und Start-ups können so als firmeninterne Talentschmieden dienen. Viele Unternehmen investieren aber noch nicht ausreichend ins Talent Management. Wie die Umfrage einer Unternehmensberatung ergeben hat, steigen bisher lediglich in rund der Hälfte der deutschen Unternehmen Mitarbeiter aus dem eigenen Haus in Führungspositionen auf. Das interne Potenzial ist laut Umfrage da, wird aber nicht ausgeschöpft. 

Das Fehlen von IT-Fachkräften in vielen Firmen macht sich inzwischen deutlich bemerkbar. Immerhin 82 Prozent der Unternehmen reagieren auf diese Entwicklung und bilden die Mitarbeiter für den Umgang mit digitalen Technologien weiter. Daneben gehen 61 Prozent der Firmen Verbindungen mit IT-Unternehmen ein. Das ist immerhin der erste Schritt, um Spezialisten von den Partnerunternehmen ins eigene Haus holen zu können.

Unternehmen sind nicht auf demografischen Wandel vorbereitet

Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind abzusehen, dennoch reagieren Firmen nicht. Vor allem kleine Unternehmen spüren die Folgen.

Die Zahl der erwerbsfähigen Personen geht in Deutschland seit ungefähr zehn Jahren zurück. Durch die in Ruhestand gehende geburtenstarke Nachkriegsgeneration wächst die Problematik an. Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen reagiert nicht auf die drohende Personallücke, wie eine Umfrage einer Unternehmensberatung unter rund 170 Unternehmen ergab. Nur 45 Prozent der befragten Unternehmen arbeiten demografiebezogene Maßnahmen aus oder führen sie bereits durch.

Dem Demografieproblem wird laut Umfrage dennoch zunehmend Beachtung geschenkt. Von 2011 bis 2013 ist die Zahl der Unternehmen, die in Hinblick auf den demografischen Wandel und seine Folgen aktiv werden um drei Prozent angestiegen. Aus der Umfrage geht hervor, dass ein Drittel der übrigen Unternehmen bereits dabei sind, die demografischen Auswirkungen zu untersuchen und die Risikobereiche zu erfassen. Drei Viertel der Firmen geben an, dass sie demografiebedingt schon Änderungen in der Altersstruktur spüren. Mehr als die Hälfte ringt mit einem Fach- und Führungskräftemangel. Je kleiner das Unternehmen ist, desto schneller wirken sich die Konsequenzen des Fachkräftemangels schon heute aus.

Nach Prognosen des Statistischen Bundesamts wird die deutsche Bevölkerung bis 2060 um bis zu 13 Millionen Menschen zurückgehen. Im Bereich der erwerbsfähigen 20- bis 65-Jährigen werden es voraussichtlich sogar bis zu 16 Millionen weniger sein.

 

Bundesregierung: Keine Einigung für geplante Flexi-Rente in Sicht

Aktuell sorgt die abschlagsfreie Rente mit 63 für Medienwirbel: ein Jahr nach Einführung bemängeln viele Unternehmer und Arbeitsmarktexperten, dass sich damit der Fachkräftemangel noch verschärfe und die Kosten für die Rentenversicherung in die Höhe getrieben werden. Vielmehr sollten Anreize geschaffen werden, damit das Arbeiten über die Regelaltersgrenze hinaus für Fachkräfte attraktiver werde.

Nun stehen erneut Beratungen der Regierung zur Flexi-Rente an. Der variable Übergang in die Rente soll neu gestaltet werden, damit ältere Beschäftigte zumindest noch teilweise im Berufsleben gehalten werden können. Allerdings: eine Einigung scheint nicht in Sicht. Zur Beratung steht diese Woche ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen. Sie wollen, dass die Menschen selbst entscheiden, wann und wie sie den Übergang in den Ruhestand gestalten wollen.

Ursprünglich hätte es bis Ende 2014 eine Einigung zur Flexi-Rente geben sollen. Seither hat es aber keine große Expertenrunde in der Koalition mehr gegeben. Bei den Verhandlungen der Koalitionspartner scheint eine Einigung noch vor der Sommerpause nicht in Sicht.

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